24 Nov.

Die Unsichtbaren

Die Unsichtbaren

Die Ausstellung „Die Unsichtbaren“ zeigt vom 24. bis 30. November 2014 eindrucksvolle Porträtfotos obdachloser Menschen im Hauptbahnhof.

Sie schlafen unter Brücken, auf Abluftschächten, in Kellern. Die einen betteln verzweifelt, andere versuchen, bloß nicht aufzufallen: Bis zu 4.000 Menschen, so schätzen Experten, leben allein in Berlin ohne feste Wohnung. Mitten in der Stadt und doch am äußersten Rand der Gesellschaft. Sie sind „obdachlos“. Doch das Wort greift zu kurz, wenn es um Ursachen geht. Noch weniger sagt es über die Betroffenen selbst aus. Was ist passiert, bevor sie das „Obdach“ verloren haben, den Halt, die Selbstachtung, das Zuhause? Wer sind diese Menschen, an denen wir oft blicklos vorbeilaufen?

Reto Klar, Fotochef, und Uta Keseling, Reporterin der Berliner Morgenpost, haben Antworten gesucht. Sie fanden sie direkt vor ihrer Redaktion gegenüber vom Berliner Bahnhof Zoo. Die City West erlebt zwar gerade eine optimistische Phase des Aufbruchs, aber gerade rund um Bahnhof leben immer mehr Menschen auf der Straße.

Die Gegenwart am Bahnhof Zoo

In der Bahnhofsmission bekommen täglich bis zu 600 Hilfesuchende warme Mahlzeiten und Getränke, Kleiderspenden und oft auch soziale Unterstützung. Die Reporter haben den Alltag in der Einrichtung im vergangenen Winter über drei Wochen begleitet. Für die Interviews wurde in der Bahnhofsmission ein kleiner Heizungskeller freigeräumt. Als „Fotostudio“ und als Ort, an dem ungestörte Gespräche und Fotoaufnahmen „auf Augenhöhe“ möglich waren. Die so entstandenen Porträts zeigen 52 Menschen, die im Alltag oft niemand wahrnimmt – Unsichtbare eben.

Die Ausstellung im Hauptbahnhof Berlin zeigt vom 24. bis 30. November 2014 eine Auswahl der Fotografien. Der Eintritt ist frei.

Weitere Stationen der Ausstellung

Hauptbahnhof Görlitz: 8. bis 16. Januar 2015
Hauptbahnhof Essen: 20. bis 30. Januar 2015
Hauptbahnhof Frankfurt/Main: 2. bis 11. Februar 2015
Hamburg-Dammtor: 16. bis 26. Februar 2015