Der Beef: Anti-Mama vs. Kinderfan

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  • Autor: Dr. Verena Brunschweiger & Birgit Kelle
  • Fotos: iStock - Coprid, ADragan

Macht (k)ein Kind glücklich? Und was hat der Klimawandel damit zu tun? Ring frei für unseren Familien-Beef.

In Zeiten von Klimakrise und Artensterben ein Kind in die Welt zu setzen, ist verantwortungslos und egoistisch, sagt die 39-jährige Lehrerin und Feministin Dr. Verena Brunschweiger („Kinderfrei statt kinderlos“). Die vierfache Mutter Birgit Kelle (44) hält dagegen: Trotz aller Entbehrungen ist nichts wertvoller als die eigene Familie, so die Journalistin und Autorin („Muttertier“). Ein Streitgespräch, zwei Weltanschauungen.

Kinder schaden!

Dr. Verena Brunschweiger: Wasserknappheit: Umweltbundesamt warnt vor Streit ums Trinkwasser – so titelte eine Zeitung vor Kurzem. In etlichen Büchern, Artikeln und Interviews wurde von Klimaforschern und anderen Aktivisten darauf hingewiesen, dass spätestens 2040 die Wasserkriege in Europa Realität sein werden. Ist das eine Welt, in die man einen neuen Menschen bringen muss? Wie kann man einem Kind solch eine Umwelt zumuten? Insofern stellt sich die Frage, ob (k)ein Kind glücklich macht, gar nicht. Das ist nicht, worum es 2019 immer noch gehen darf. Angesichts der globalen ökologischen Vollkrise muss es vielmehr darum gehen, wie man der Bevölkerungsexplosion Herr werden kann. Denn wie schon ein Grundschüler erkannte: je mehr Menschen, desto mehr Umweltverschmutzung!

1 / 1Dr. Verena Brunschweiger ist Autorin des Buches „Kinderfrei statt kinderlos"./© Juliane Zitzlsperger | neverflash

Birgit Kelle: Jedes Kind ist ein Geschenk. Nervenzehrend, aber liebenswert. Anstrengend, aber auch extrem lustig. Kostspielig, aber jeden einzelnen verdammten Cent wert. Arm ist nur, wer diesen Reichtum nicht kennt. Oh ja, es ist ja nicht so, dass ich als Frau nicht gewarnt wurde, dass die kleinen Blagen angeblich alles ruinieren können: deinen Job, deine Figur, dein Sexleben. Und nicht zu vergessen: nie wieder ausschlafen! Mein Geld steckt in Klavierunterricht, Lego, Klassenfahrten und Kinderschuhen – sie hören einfach nicht auf zu wachsen, obwohl ich es ihnen gar nicht erlaubt habe! Ständig frisst sich eine Armada von ausgehungerten Teenagern wie Termiten durch meinen Kühlschrank. Das Ladekabel meines Handys müssen sie mitverspeist haben. Will man sie anrufen, gehen sie nie, nie, nie dran, obwohl ihre Hand seit Jahren mit diesem Gerät verwachsen ist. Es ist ein Chaos und es ist großartig. Wie soll man den blinden Kinderlosen die Farben dieses Glücks erklären?

Kinder sind himmlisch!

1 / 1/© Kerstin Pukall

Dr. Verena Brunschweiger: Das globale Artensterben ist ein weiterer Aspekt, der einige Personen nicht die Bohne zu interessieren scheint. Wie fühlt man sich wohl, wenn man seinem Kind erklären muss, dass es früher mal tolle Wildtiere gab, die aber jetzt ausgestorben sind, weil durch eine immer größere Anzahl an Menschen der Lebensraum der Tiere systematisch und absolut rücksichtslos ruiniert wurde? Aber was kümmern uns andere Länder und Lebewesen, wenn es darum geht, das zu haben, was sich die Freundinnen auch alle angeschafft haben, nämlich ein eigenes niedliches Wunschkind?

Birgit Kelle: Ich bin ein Familienjunkie mit täglicher Überdosis durch meine persönlichen „fantastischen Vier“: die Große mit der lauten Klappe, das 18-jährige Muskelpaket auf zwei Beinen, der treuherzige Harry-Potter-Verschnitt und Miss Blondie, die kleine Meerjungfrau, die direkt aus dem Himmel gefallen sein muss. Jedes Kind ist einzigartig und unverzichtbar.

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