Ausmisten macht glücklich! 5 Fragen an Anika Schwertfeger

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  • Autor: Redaktion
  • Fotos: Anika Schwerfeger, iStock, Robert Orlowski

Sie ist als die deutsche Marie Kondō bekannt: Anika Schwertfeger. Ihre Expertise: ausmisten! Sie unterstützt ihre Kundinnen und Kunden dabei, loszulassen. Denn heute weiß man, dass überfüllte Räume das Stresslevel erhöhen. Anika verrät uns, wo ihr am besten anfangt, warum ausmisten in Zeiten von Homeoffice besonders wichtig ist und wieso man das Hochzeitskleid erst einmal behalten sollte.

Du bist eine von Marie Kondō zertifizierte KonMari™ Beraterin und hilfst Menschen, sich von ihrem Ballast zu befreien. Woran erkennt man denn, was wirklich weg kann?

Marie Kondōs berühmte Frage „Does it spark joy?“, also die Frage danach, ob ein Gegenstand in mir Freude auslöst, funktioniert in Deutschland nicht so gut. Ich empfehle daher eine andere Frage beim Aussortieren: Fühlt es sich leicht an, diese Sache zu behalten? Ein gutes Beispiel ist der Hammer. Ein Hammer löst bei den meisten eher kein freudiges Gefühl aus. Wenn man sich aber fragt, ob es sich leicht anfühlt ihn zu behalten, würden viele mit ja antworten. Denn mit ihm können zum Beispiel die Lieblingsbilder aufgehängt werden. Wichtig ist, auf sein Gefühl zu hören.

Was sind deine drei besten Tipps, wie man zuhause oder am Arbeitsplatz ausmistet und Ordnung schafft?

Das Allerwichtigste: Du brauchst einen Plan! Und das heißt, dass du dir einen Termin setzen musst, um anzufangen. Und dann weitere Termine, um dranzubleiben. Ein Partner, mit dem man sein Aufräumprojekt gemeinsam angehen kann, hilft natürlich auch. Dann: erst aussortieren und dann ordnen. Das machen viele falsch. Erst wenn ich weiß, was wirklich übrigbleibt, kann ich anfangen zu ordnen. Und schließlich all die Dinge, die sich ähnlich sind, aus den Schränken holen und nebeneinanderlegen. Beim Thema Pullover sieht man dann schnell, welcher der Lieblingspullover ist. Das macht das Loslassen von anderen, weniger geliebten Pullovern, leichter. Auch wichtig: nicht in Perfektionismus verfallen.

Zurzeit leben und arbeiten viele Menschen am gleichen Ort – zuhause. Welche Herausforderungen bringt das in Sachen Ordnung und Aufräumen mit sich?

Die meisten meiner Kundinnen und Kunden klagen über fehlende Konzentrationsfähigkeit. Im Homeoffice ist es wichtig, in dem Bereich, in dem gearbeitet wird, Ordnung zu schaffen: eine möglichst freie Tischfläche, auf der nur die Dinge liegen, die wirklich gebraucht werden. Überfüllte Räume sind generell nicht förderlich für die Produktivität, im Gegenteil: Sie fördern Prokrastination. Und am Abend, wenn der Arbeitstag vorbei ist, alles, was mit der Arbeit zu tun hat, wegräumen – und zwar so, dass sich die Sachen außerhalb des Sichtfeldes befinden, damit man abschalten kann. Rituale sind auch hilfreich, um die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit klarer zu ziehen. Dazu gehört sich morgens so zu kleiden, als wenn man ins Büro gehen würde. Und nach Feierabend in die Jogginghose wechseln.

Was rätst du Leuten, die sich nur schwer von Dingen trennen können? Womit fängt man am besten an?

Geh dahin, wo’s leicht ist. Für viele ist das Kleidung. Bei Kleidung sind wir es seit der Kindheit gewohnt auszusortieren, weil wir früher einfach aus den Sachen rausgewachsen sind. Man sollte natürlich nicht mit dem Hochzeitskleid anfangen. Ich empfehle drei Stapel zu machen: einen Stapel für die Lieblingsteile, einen Kann-weg-Stapel und einen Vielleicht-Stapel. Den Vielleicht-Stapel geht man ganz am Ende nochmal durch, dann ist der Loslass-Muskel nämlich schon trainiert und es fällt leichter sich zu entscheiden, was man behalten möchte – und was nicht. Die aussortierten Sachen kann man spenden oder verschenken. Das gibt einem zusätzlich noch ein wertschätzendes Gefühl. Wichtig ist es, bei dem Prozess Emotionen zuzulassen. Und sich zu fragen: Was ist mein Ziel bei der ganzen Sache? Die meisten sagen: Ich will mich leichter fühlen!

Stimmt es, dass eine aufgeräumte Wohnung ein glückliches Leben bedeutet?

Ja, eine aufgeräumte Wohnung führt zu mehr Klarheit im Leben. Man hat mehr Zeit, mehr Energie und weniger Stress. Zeit vor allem für die wirklich wichtigen Dinge, denn das sind meistens keine Dinge, sondern Menschen. Und: Bei jedem Menschen, der sich auf diese Aufräumreise begibt, wird etwas in Gang gebracht.

Für alle, die mehr über Anika Schwertfeger und ihre Arbeit erfahren möchten: Am 18. Februar 2021 gibt sie ein Online-Seminar zum Thema: Was kann man durch äußere Ordnung innerlich erreichen? Alle Infos dazu hier: www.edudip.market/w/383826

Weitere Infos unter: www.anikaschwertfeger.de

 

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