Zeitreise: Nürnberg und der Beginn von Bahnreisen

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  • Autor: Redaktion
  • Fotos: Deutsche Bahn AG / Martin Busbach

Die Erfindung der Eisenbahn im 19. Jahrhundert hat das Reisen revolutioniert. Und der Einkaufsbahnhof Nürnberg spielt dabei eine ganz besondere Rolle: Hier begann 1835 die Geschichte der Bahn in Deutschland – mit einer Fahrt nach Fürth und einer Lokomotive namens Adler.

Sechs Kilometer – so lang, oder besser gesagt so kurz – war die Strecke, die den Startschuss in eine neue Ära darstellte: Am 7. Dezember 1835 fuhr die erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg Richtung Fürth. Ein feierlicher Anlass. Neun Wagen mit rund 200 Passagieren zog die vom britischen Ingenieur George Stephenson entwickelte Lokomotive, getauft auf den stolzen Namen Adler. Die erste deutsche Eisenbahnstrecke für den Personen- und Güterverkehr war eröffnet.

Moderne Eisenbahngeschichte

Der erste Personenzug der Welt startete schon zehn Jahre früher. 1825 eröffnete eben jener George Stephenson eine Eisenbahnstrecke in seiner Heimat England. Dort wurden die ersten 40 Kilometer der modernen Eisenbahngeschichte zurückgelegt: von Shildon über Darlington nach Stockton-on-Tees im Nordosten Englands.

Die Eisenbahn ist eine der bedeutendsten Erfindungen in der jüngeren Menschheitsgeschichte. Sie spielte eine besonders große Rolle bei der Industriellen Revolution, die in England ihren Ursprung hatte und im 19. Jahrhundert – im wahrsten Sinne des Wortes – an Fahrt aufnahm: Die Eisenbahn steigerte die Effizienz im Transportwesen: Waren konnten nun schneller, billiger und weiter transportiert werden.

Die Lust am Reisen

Mobilität bekam eine ganz neue Bedeutung – nicht nur in Bezug auf den Warentransport: Während Adelige und Reiche bereits im 18. Jahrhundert die Lust am Reisen entdeckten war dies nun auch dem normalen Volk möglich. Und die Entwicklung der Eisenbahn war rasant. Schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte sie sich zu einem Massentransportmittel entwickelt. Die Welt rückte näher zusammen.

Und was wurde aus Nürnberg, wo die Geschichte der Bahn in Deutschland 1835 ihren Anfang nahm? Hier entstand bald darauf, in den1840er Jahren, ein Bahnhof, genau an der Stelle, wo noch heute das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs steht. Im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, wurde der Bahnhof in den 1950er Jahren wieder aufgebaut. Um die Jahrtausendwende gab es einen erneuten großen Umbau. Heute ist der Einkaufsbahnhof Nürnberg der Bahnhof, mit den meisten Gleisen Europas, 26 an der Zahl. Pro Tag fahren hier fast 1.000 Züge ein und aus und 150.000 Passagiere werden befördert. Und die werden vom Einkaufsbahnhof gut versorgt: 10 Bäckereien und ein umfangreiches gastronomisches Angebot – von Fast Food bei Burger King oder MacDonalds bis hin zu feiner asiatischer Küche bei LeboQ Fine Asia Cuisine – lassen niemanden hungrig abfahren.

Reisen im Wandel der Geschichte

In der Mittelhalle des Bahnhofs gibt es ein Mosaik, das einen schönen Bogen zu den Anfängen der Bahn in Nürnberg und der Bedeutung des Zuges für das Reisen schlägt. Es handelt sich um ein Wandmosaik der Künstlerin Iris Rauh, das Anfang der 2000er Jahre entstand. Das Thema: Reisen im Wandel der Geschichte.

 

1 / 2/Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski
2 / 2/Deutsche Bahn AG / Barteld Redaktion & Verlag
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