Der Beef: Ewige Treue oder freie Liebe

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  • Autor: Redaktion
  • Fotos: iStock - malerapaso

Einem Menschen die Treue zu halten, ist mehr wert als die schnelle Nummer, sagt Buchautorin Julia Grosse („Ein Leben lang“). Friedemann Karig („Wie wir lieben“) hält dagegen: Eine liebevolle Partnerschaft definiert sich nicht über sexuelle Exklusivität. Egal, auf welcher Seite Sie stehen: Gewinnen Sie die Bücher der Beef-Autoren.

Friedemann Karig: Lügen, betrügen, verletzen, verlassen – das ist monogamer Alltag. Obwohl wir unsere Partner heute so frei wählen können wie nie, ist die Scheidungsrate hoch. Der häufigste Grund ist die Affäre: Über die Hälfte der Deutschen ist schon einmal fremdgegangen. Muss das sein? Warum versuchen wir uns immer noch in ein – biologisch schlicht unnatürliches – Korsett der strengen Monogamie zu zwängen, das uns offensichtlich zu klein ist?

Julia Grosse: Meine Großeltern waren 70 Jahre ein Paar. Das sind 25.550 Tage! Sie haben sich füreinander entschieden und blieben dabei bis zu ihrem Tod. Ich bewunderte sie schon als Teenager dafür. „Meeting the ONE and live happily ever after“ – das wollte ich auch! Leute, die es nicht lange miteinander aushielten, bemitleidete ich ein bisschen. Fremdgänger? Was für Verlierer!

Fremdgänger sind Loser!

Friedemann Karig: Treue ist wichtig. Aber man kann sie heute, im 21. Jahrhundert, so leben, wie man will. Es gibt die emotionale, die intellektuelle, die sexuelle Treue. Welche ist wörtlich zu nehmen? Und welche kann man freier denken? Ist sexuelle Exklusivität wirklich das, worüber ich eine lange, liebevolle Partnerschaft definieren möchte?

1 / 2Die Autorin Julia Grosse hält weiterhin an der großen Liebe fest. Im Buch „Ein Leben lang" portraitiert sie die Ehe ihrer Großeltern, die mehr als 70 Jahre lang ein Paar waren. /Georgia Kuhn
2 / 2Friedemann Karig ist Autor des Buchs „Wie wir lieben". Monogamie hält er für ein Auslaufmodell. /Malte Wandel

Julia Grosse: Meine Großeltern waren meine „Love Heroes“. Gleichberechtigt und modern. Flirten ja, doch sie blieben sich treu. Irgendwann ahnt man wohl, wie kostbar es ist, sich tatsächlich auf den einen Menschen einzulassen. Mit dem man den ganzen Lebensweg gehen will. Dem man blind vertrauen kann.

Liebe ist größer als Sex!

Friedemann Karig: Denken Sie für einen Moment darüber nach: Was wäre, wenn man sich in einer Partnerschaft Sex mit anderen nicht verbieten, sondern gönnen würde? Weil Sex etwas Schönes ist – und wir nicht immer nur einen Menschen sexuell begehren. Weil es an unserer Liebe, die viel tiefer und größer ist als Sex, nichts ändert. Weil ich meinen Partner nicht fesseln, sondern glücklich sehen will. Weil Abenteuer damit nicht mehr heimlich und gemein sind, sondern ein Teil des „Wir“ werden. Was für ein ungeheuerlicher, wunderschöner Gedanke, oder?

Julia Grosse: Schon die Vorstellung, mich immer wieder auf jemand Neues einzustellen, finde ich schräg. Außerdem: Je älter wir werden, desto mehr schrulliges Gepäck haben wir dabei. Keinen kleinen Rucksack, ganze Koffer! Hier also ein paar schlaue Tipps, die ich von sehr alten Langzeitpaaren bekommen habe: Pflegt eure Zuneigung! Die Beziehung ist kein Ofen mit Selbstreinigungsfunktion. Seid tolerant! Man muss nicht einer Meinung sein, aber die des anderen akzeptieren. Und schließlich: Keep it hot! Einmal die Woche Sex, egal wie alt man ist. So der Rat einer Paartherapeutin, 88-jährig und seit Ewigkeiten glücklich verheiratet. Na also!

 

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Sie glauben an die Liebe fürs Leben? Sichern Sie sich hier mit etwas Glück das Buch „Ein Leben lang“ von Julia Grosse. Oder denken Sie, dass die Monogamie am Ende ist? Gewinnen Sie hier „Wie wir lieben“ von Friedemann Karig.

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