Harzer Blasenwurst: Tradition mit Onlineshop

Zurück zu Shoppen & Schlemmen
  • Autor: Redaktion
  • Fotos: iStock – fcafotodigital

Warum er die Wurstsorte „Nudeln mit Tomatensauce“ anbietet und was das Erfolgsrezept der Harzer Blasenwurst ist, verrät Inhaber Sebastian Drexler im Interview.

Sebastian Drexler ist der Gründer des Fleischereibetriebs „Harzer Blasenwurst“ mit elf Filialen in Halle und Umgebung. Auch am Hallenser Hauptbahnhof verkauft er Schinken, Wurst und frisches Fleisch. Längst ist er eine Institution in der Region. Drexler setzt auf alte überlieferte Rezepturen und Traditionsarbeit – und verkauft seine Wurst im Netz.

Sebastian Drexler

Herr Drexler, Ihre Geschäfte tragen den Namen „Harzer Blasenwurst“.  Steckt die Blasenwurst wirklich in der Blase?
Sebastian Drexler: Ja, das ist tatsächlich so. Weil früher der Darm als unrein galt, wurden viele Würste traditionell in der Harnblase des Schweins gefertigt. Auch heute kann man bei uns noch die Hausmacher Blasensülze kaufen – nach dem Rezept meines Urgroßvaters. Der stammte aus dem Harz. So erklärt sich auch der Name unseres Betriebs.

Aber auch die Hallenser schwören inzwischen auf die Blasenwurst?
Absolut! Außerdem sind wir bekannt für unseren DDR-Leberkäse. Es ist dennoch erstaunlich, wie unterschiedlich die Geschmäcker in den Regionen sind. Für unsere Filiale in Merseburg mussten wir die Wurst extra ohne Kümmel herstellen, denn den mochten die Merseburger überhaupt nicht.

Was ist in Sachen Wurst und Fleisch gerade im Trend?
Im Moment geht der Trend eher weg vom Deftigen, hin zu Delikatessen und feineren Fleischwaren. Leberkäse, Pasteten oder hochwertiges Rinderfilet sind beispielsweise besonders beliebt.

Eine Ihrer Filialen befindet sich mitten im Hallenser Hauptbahnhof. Kommen da viele Reisende mal auf eine Wurst vorbei?
Ja, für uns legen manche Pendler schon mal einen Extra-Stopp ein, um sich ein leckeres Stück Wurst oder Schinken zu kaufen. Besonders Mitarbeiter der Bahn, zum Beispiel viele Lokführer, holen sich nach der Schicht in unserem Geschäft ein deftiges Abendbrot.

Neben dem Verkauf im Geschäft haben Sie auch einen Onlineshop und sogar eine eigene App. Löst das Online-Geschäft bald den Verkauf in der Filiale ab?
Im Moment kauft ein Großteil meiner Kunden noch an der Ladentheke im Geschäft. Über den Onlineshop verschicken wir unsere Ware aber nach ganz Europa. Viele Leute bekommen mal was aus dem Geschäft mitgebracht und bestellen dann über das Internet Nachschub nach Hause. Beide Verkaufswege ergänzen sich also momentan perfekt.

Wie passen Traditionstreue und Onlineshop zusammen?
Mein Ziel ist es, Traditionsarbeit beizubehalten und trotzdem trendbewusst zu sein. Wir arbeiten zum Beispiel komplett ohne Chemie und nach uralten Rezepten. Aber natürlich weiß ich, dass sich die Wünsche meiner Kunden im Laufe der Zeit verändert haben. Ich habe eine Bratwurst der Sorte „Nudeln mit Tomatensauce“ im Sortiment – solche verrückten Kompositionen sind eher was für junge Leute. Vielleicht ist genau diese Kombination das Erfolgsrezept von „Harzer Blasenwurst“.

Das könnte Sie auch interessieren

Grüne Sauce – Klassiker mit neuem Twist

Artikel lesen

Die ultimative Frühlingspasta

REZEPT LESEN