Tipps vom Schlafexperten: Gut durch die Nacht

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  • Autor: Christin Weigelt
  • Fotos: iStock: Deagreez

Schlafexperte Dr. Alfred Wiater erklärt, was man für eine erholsame Nachtruhe braucht – und warum das Smartphone nichts auf dem Nachttisch zu suchen hat. Und Passanten an Bahnhöfen geben uns ihre ganz persönlichen Tipps zum Einschlafen.

Herr Wiater, fast jeder kennt das: Man wälzt sich im Bett, findet einfach keinen Schlaf. Was kann man tun?
Vielen Betroffenen hilft ein festes und monotones Ritual, um schneller einzuschlafen. Auf Wachmacher wie Tee oder Kaffee sollte man selbstverständlich verzichten. Besonders wichtig ist es auch, geistig abzuschalten. Ständig für die Arbeit erreichbar zu sein oder über die gleichen Probleme zu grübeln – das erschwert das Einschlafen sehr. Nach einem erholsamen Nachtschlaf lassen sich Probleme oft einfacher lösen.

Wie viele Stunden Schlaf benötigt der Mensch?
Der Schlafbedarf ist individuell unterschiedlich. Die meisten Menschen schlafen zwischen sieben und acht Stunden täglich. Entscheidend ist aber, dass der Schlaf erholsam ist und man tagsüber fit ist.

1 / 1Dr. med. Alfred Wiater ist Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)./privat

Wann ist Schlaf nicht erholsam?
Alkohol und Nikotin stehen auf der Liste der Faktoren ganz weit oben, genauso wie schwere Mahlzeiten und ein hoher Reizpegel vor dem Schlafengehen. Unregelmäßige Schlaf-wach-Zeiten, aber auch ein unbequemes Bett, eine zu hohe Zimmertemperatur, Licht oder Lärm können Ursachen sein.

Stimmt es, dass technische Geräte wie Laptop oder Smartphone unseren Schlaf stören?
Ja, denn zum einen hindert uns das blaue Displaylicht am Einschlafen oder Wiedereinschlafen, da es die Ausschüttung des Einschlafhormons Melatonin blockiert. Zum anderen befinden wir uns auf einem erhöhten inneren Erregungslevel, zum Beispiel, weil wir noch eine Nachricht erwarten oder befürchten, in sozialen Netzwerken nicht ständig präsent zu sein. So fehlt die Entspannung als wichtige Voraussetzung, um in den Schlaf zu finden.

Ab wann sind Schlafstörungen krankhaft?
Schlafstörungen als vorübergehende Befindlichkeitsstörungen hat jeder manchmal. Wenn die Problematik über mehr als drei Monate lang mindestens dreimal pro Woche auftritt, sollte man einen Arzt aufsuchen.

NACHGEFRAGT

Schäfchen zählen? Oder welche Rituale haben Sie abends, um einzuschlafen? Wir haben bei Reisenden am Bahnhof nachgefragt.

1 / 1Dortmund Hauptbahnhof: Michaela Kußmaul, 62 Jahre/einkaufsbahnhof.de

„Wenn ich partout nicht schlafen kann, setze ich mich im Bett aufrecht auf ein Kissen. Dann beginne ich zu meditieren. Einfach 30 Minuten lang ganz ruhig atmen – danach fällt mir das Einschlafen gleich viel leichter.“

1 / 1Nürnberg Hauptbahnhof: Markus Müller, 45 Jahre/einkaufsbahnhof.de

„Um besser einzuschlafen, hilft mir ein Tee aus Melisse und Lavendel. Der beruhigt gut die Nerven. Wenn auch das nicht hilft, nehme ich zusätzlich noch eine Magnesiumtablette. Die entspannt sehr schön.“

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