Der Beef: Schisser vs. Adrenalinjunkie

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  • Autor: Redaktion
  • Fotos: iStock – rzelich, swinnerrr

Angsthasen leben länger, und in den Komfortzonen Couch und Ostseestrand ist es schön entspannt, meint Buchautor Jan Kowalsky („Als Schisser um die Welt“). Extremsportler Wolfgang Kulow („Das Unvorstellbare wagen“) hält dagegen: Erst das Austesten eigener Grenzen sorgt für ein erfülltes Leben. Unser Streitgespräch.

Jan Kowalsky: Ich gebe es zu: Ich bin ein Schisser. Deshalb hänge ich lieber auf meiner sicheren Couch ab, als an einem Fallschirm. Oder ich genieße die Komfortzone des ängstlichen Urlaubers: die Strände Dänemarks.

Wolfgang Kulow: Eine Familienfeier vor 58 Jahren hat mein Leben geprägt. Ich war damals zwölf und sah, wie meine Tanten ausgelassen auf den Tischen tanzten, während ihre beleibten Männer rauchend in der Ecke saßen. Mir wurde damals klar, dass ein passives Leben ein vertanes Leben ist.

Nur Abenteurer leben.

Jan Kowalsky: Gerade Reisen sind der größte anzunehmende Ernstfall. Angst haben kann man vor allem – dem Flug, den Tieren, Krankheiten, fremdem Essen. Urlaub ist für mich eher traumatisch als traumhaft. Leider sah das meine Frau bei unserer ersten gemeinsamen Fernreise anders, denn sie liebt das Abenteuer. Also musste ich mit! Schließlich waren das unsere Flitterwochen – da konnte sie ja schlecht alleine hin. Erspart geblieben wären mir menschenfressende Riesenechsen, Wildwasserrafting mit Zahnverlust oder Safari im Schweinsgalopp. Eines wurde mir bei diesen Nahtoderfahrungen klar: Wenn die Abenteurer schon längst Opfer ihres Adrenalins geworden sind, dann leben wir Schisser noch. Ganz entspannt.

1 / 2Abenteuer sind nichts für unseren Autor Jan Kowalsky („Als Schisser um die Welt"): Am wohlsten fühlt er sich auf der heimischen Couch./
2 / 2Extremsportler und Autor Wolfgang Kulow („Das Unvorstellbare wagen") liebt hingegen die Herausforderung. Ein Leben ohne Adrenalin und Action ist für ihn nicht denkbar. /

Wolfgang Kulow: Ein Leben nach meinem Geschmack benötigt zweit Zutaten: Action und Adrenalin. Ich konzentrierte mich daher auf Bewegung, Extremsport und auf das Austesten meiner Grenzen. Ich schwamm 90 Kilometer um Fehmarn, lief 200 Kilometer durch die Sahara und fuhr mit dem Rad 5.000 Kilometer quer durch die USA. Je größer die Gefahr und je höher die Hindernisse, die einem im Weg stehen, desto größer das Glück und die unbändige Freude, ein Ziel geschafft zu haben.

Schisser leben länger!

Jan Kowalsky: Meine Komfortzone verlasse ich nur, um zum Kühlschrank zu gehen. Aber gut: Ein bisschen Mut zur Zumutung kann ich doch empfehlen. Denn die Welt ist einfach zu spannend, um sie völlig unentdeckt zu lassen. So hat sich zum Beispiel die Belastungsprobe zwischen meiner Frau zu einem gemeinsamen Interesse entwickelt: Sie ist interessiert an der Hinreise, ich an der Rückreise.

Wolfgang Kulow: Allein der Gedanke, tagein, tagaus, auf der Couch zu liegen und ein inaktives Leben zu führen, lässt mich erschaudern. Wo bleibt da die Lebensfreude? Die Lust auf Abenteuer? Man könnte den Slogan ausgerechnet eines großen Sofaproduzenten umformulieren: Leben Sie noch oder vegetieren Sie bereits? Die Couch wird bei uns zweimal täglich genutzt – und nicht um TV zu sehen oder zu schlafen. Diese Lebensqualität möchte ich mir auch im Alter von 70 Jahren nicht entgehen lassen. Daher kann ich allen nur raten: Nur Mut! Keep on running!

 

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