Von Beruf: Improvisationstalent und Drogist bei dm

Zurück zu Shoppen
  • Autor: Christian Selzer
  • Fotos: Claudia Tölle

Marcel Raab ist Drogist bei dm im Essener Hauptbahnhof. Dort muss der 28-Jährige täglich seinen Einfallsreichtum unter Beweis stellen. Fragen zu Tiefkühl-Geflügel kommen da auch schon mal vor.

Beliebt ist der dm-Markt im Essener Hauptbahnhof vor allem am Wochenende. Neben den Reisenden tummeln sich dort dann auch die Werktätigen und Sonntagsshopper, die ihre Wocheneinkäufe erledigen. In diesen Momenten mag Marcel Raab seine Arbeit besonders. „Es klingt verrückt“, sagt der Drogist, „aber ich genieße den Trubel.“ Am liebsten arbeitet er deshalb sogar an Feiertagen. „Wenn die meisten anderen Läden geschlossen haben, macht unsere Arbeit den Unterschied“, erklärt er. Das hat sich aber auch in Marcel Raabs Bekanntenkreis schon herumgesprochen. An Feiertagen rufen seine Freunde daher besonders oft an: „Sie möchten mir ihren Einkaufszettel durchgeben“, sagt er.

Claudia Tölle

Der Unternehmensgründer schaut auf der Durchreise vorbei

Dass sein Arbeitsplatz im Hauptbahnhof ganz besondere Anforderungen an Marcel Raab stellt, wird schnell deutlich. Selten ist er ausschließlich nur mit dem Verkauf beschäftigt. Gefragt sind vielmehr Improvisationstalent und Eigenverantwortung. An manchen Tagen ist Marcel Raab Dolmetscher, Berater und Fotoexperte zugleich, „und nebenbei gebe ich noch Auskünfte zum Fahrplan“, erzählt er. Mehr Freiräume durch eigenverantwortliches Handeln, das entspricht dem Credo, das dm-Gründer Götz W. Werner seinen Mitarbeitern vermittelt. Es sind mehr als Worthülsen: Die Dienstpläne schreiben die Beschäftigten selbst und die Filialleiter dürfen eigenverantwortlich bestimmte Preise ändern. Regelmäßig schaut der Unternehmensgründer auf der Durchreise persönlich im dm-Markt im Essener Hauptbahnhof vorbei.

Ein Ort der unbegrenzten Möglichkeiten

Besonders stolz ist Marcel Raab auf das, was er mit einem Augenzwinkern seinen „Privatbereich“ nennt. Behutsam streicht er mit der Hand über Schwämme, Seifenspender und Kosmetikspiegel. Ordentlich arrangiert stehen sie im vorletzten Regal rechts vom Eingang. „Das ist die Ecke, die ich selbst betreue, bestelle und sauber halte“, erklärt er. So habe jeder Mitarbeiter seine besonderen Aufgaben. Teil des 40-köpfigen Teams ist Marcel Raab seit mittlerweile sieben Jahren. Neben dem guten Miteinander der Kollegen ist es aber vor allem die Lage im Hauptbahnhof, die ihn begeistert. „Hier treffen die unterschiedlichsten Menschen aufeinander“, erklärt er, „mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen.“ Das merke man jeden Tag aufs Neue. Klar, auch hier wird meist nach Gesichtsmasken, Gutscheinen und Smoothies gefragt. Und wenn es regnet, sind die günstigen Regenschirme der Renner. Aber die verrückten Beispiele seien unerschöpflich, so Marcel Raab, ob „Christbaumständer oder gefrorene Ente“. Für viele ist dieser Drogeriemarkt im Hauptbahnhof eben kein normales Geschäft, sondern ein „Ort der unbegrenzten Möglichkeiten“, sagt er.

Das könnte Sie auch interessieren

Schminktipps von Model Mandy Bork

Artikel lesen