Nass oder virtuell: Städte neu erleben

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  • Autor: Sascha Tegtmeier
  • Fotos: iStock – izusek

Die Sightseeing-Tour soll zum echten Erlebnis werden? Mit diesen Angeboten geht es schneller, sportlicher und alternativer – oder gleich in die Vergangenheit.

Es gibt Leute, die wollen beim Sightseeing tiefer ins Stadtleben eintauchen, als es die majestätische Höhe des guten alten Doppelstockbusses erlaubt. Sie suchen nach Individualität und ein Stück weit nach dem Unkonventionellen. Und weil in jeder Metropole ebenso viel Kreativität wie Geschichte steckt, kommen diese Leute an Spree, Elbe, Rhein und Isar auch voll auf ihre Kosten.

Virtuell zum Zeitreisenden werden

Geschichte und Geschichten am Rhein

Und das selbst, wenn man eigentlich keinen Meter vorwärtskommt – so wie in Köln. Aber das ist in diesem Fall gar nicht so schlimm. Schließlich sollen die Menschen im Tramwaggon von „TimeRide VR Cöln“ am Alten Markt in die Vergangenheit reisen. Einsteigen, Virtual-Reality-Brille aufsetzen und schon startet der Trip durch das betriebige Altstadtleben im Kaiserreich.

Ganz egal wohin der Teilnehmer in der 360-Grad-Simulation blickt: Überall warten Sehenswürdigkeiten, geschäftiges Treiben und kurze Episoden des Kölschen Lebens Anfang des 20. Jahrhunderts. Geräuschkulisse und durch kleine Ventilatoren simulierter Fahrtwind inklusive.

1 / 4In der virtuellen Welt ist die Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts stehengeblieben. /TimeRide VR Cöln
2 / 4Während der Tour sitzen die Teilnehmer im Nachbau einer historischen Straßenbahn./TimeRide VR Cöln
3 / 4Die Besucher haben durch die VR-Brillen 360 Grad Sicht in die Kölner Altstadt./TimeRide VR Cöln
4 / 4Dank Virtual Reality kann man bei TimeRide VR Cöln die Stadt zur Kaiserzeit besuchen./TimeRide VR Cöln

Dem VR-Trip voran gehen zwei weitere Highlights. Eine 3D-Fotoausstellung, das sogenannte Kaiserpanorama, zeigt typische Stadtszenen aus der Kaiserzeit und wirkt wie ein ultrarealistisches historisches Wimmelbuch. Im Kinema ewartet ein Dokumentarfilm über die lange Geschichte der Millionenstadt, der bestens auf die anschließende „Straßenbahnfahrt“ einstimmt.

Im Kultbus durch die (Neben-)Straßen Münchens

Ein wenig jünger als die kaiserliche Tram ist der VW T3, dessen Ära die 1980er umspannte. Er ist das ideale Vehikel für München-Touristen, die nicht selbst durch den Straßenverkehr navigieren und gleichzeitig fernab der klassischen Routen unterwegs sein wollen. Die HeyMinga Tour steuert allen voran die unbekannten Winkel der bayrischen Landeshauptstadt an. Insiderwissen und Getränke sind inklusive.

1 / 5Während der Tour machen die Teilnehmer immer wieder kleine Spaziergänge./heyMINGA
2 / 5Die Tour führt nicht nur zu den Touri-Spots, sondern durch die ganze Stadt./heyMINGA
3 / 5heyMINGA bietet alternative Stadttouren in Bayerns Landeshauptstadt an./heyMINGA
4 / 5Besonders wichtig ist heyMINGA, dass die Touren individuell und persönlich sind./heyMINGA
5 / 5Die Teilnehmer sollen München und seine Bewohner hautnah erleben./heyMINGA

Mit dem Hotrod durch Hamburg

Auch in Hamburg etwa bleiben weder Spaß und Authentizität nicht auf der Strecke. Dafür trägt die Hot Rod City Tour Sorge, die in Hamburg ihren ältesten deutschen Standort hat. 88 km/h Spitzengeschwindigkeit kriegen die etwa 2 Meter langen Nachbauten der US-amerikanischen Kultautos auf den Tacho. Weil die kleinen Boliden obendrein optisch wie echte Kraftprotze daherkommen, kann dem Coolness-Faktor nicht einmal die Helmpflicht etwas anhaben.

1 / 3Statt nur aus dem Fenster zu schauen, erleben die Hot Rod Fahrer die Stadt hautnah./Hot Rod Hamburg
2 / 3Weil mitfahren will, braucht einen gültigen Führerschein./Hot Rod Hamburg
3 / 3Mit dem Hot Rod durch die City: Das gehört in Hamburg schon zum Stadtbild./Hot Rod Hamburg

Im Stehen durch die Hauptstadt paddeln

Mit dem kleinen US-Schlitten die Stadt erkunden – das kann man auch in Berlin. Allerdings gelingt die Suche nach den bekannten oder bislang weniger erschlossenen Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt ebenso gut auf dem Wasser. Der SUP Club Berlin verleiht alles, was es zum Stand Up Paddling braucht. Dabei steht Ausrüstung für jedes Niveau bereit – Allroundboards für die Beginner und echte Race-Bretter für alle, die es etwas eiliger haben.

1 / 3Vorbei am Osthafen und dem Molecule Man paddeln sich die Teilnehmer über die Spree./SUP Club Berlin
2 / 3Nach einer kurzen Einweisung erkunden die Stand Up Paddler Berlin auf dem Wasser./SUP Club Berlin
3 / 3Sportliche Stadttour: Beim Stand Up Paddling sind Muskeln gefragt./SUP Club Berlin

Sollten die Wellen mal zu hochschlagen, sollte die Vergangenheit Geschichte bleiben oder sollten vier Räder einfach zwei zu viel sein, dann gibt es neben Segways noch eine bewährte Alternative: das ehrwürdige Fahrrad. In so gut wie jeder größeren Stadt können Touristen spezielle Touren buchen. Oder warum nicht die eigene Rundfahrt planen und direkt am Bahnhof den DB-Service Call a Bike nutzen?