Mahlzeit: Westfälische Götterspeise

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  • Autor: Redaktion
  • Fotos: iStock – Danicek, JMLPYT, artisteer, Julia_Sudnitskaya

Weiter geht’s auf unserem Trip durch die vielfältige Küche in den deutschen Regionen. Heute hält der Speisewagen im tiefen Westen, im Münsterland, um genau zu sein. Dort serviert man Westfälische Götterspeise – ein Schichtdessert aus dem Glas, in das zwingend Pumpernickel gehört.

Mit dem glibberigen Zeug, das anderswo unter diesem Namen läuft, hat die Westfälische Götterspeise rein gar nichts zu tun. Der Westfale macht es sich schön mit dem, was er hat – und dazu gehört im Münsterland nun einmal traditionell auch Pumpernickel. Das schwere, saftige Brot aus Roggenschrot wird in einem speziellen Verfahren mindestens 16 Stunden lang eher gedämpft als gebacken. Dadurch dringt die Temperatur nur langsam ins Innere des Teiges vor, was die Stärke verzuckern lässt. Daher hat Pumpernickel den herb-süßen Geschmack, den nicht nur die Westfalen zu schätzen wissen.

Eigentlich logisch also, Pumpernickel auch als Grundlage für Süßspeisen zu nutzen. Für die original Westfälische Götterspeise schichtet ihr Pumpernickel abwechselnd mit einer Sahnecreme und Kompott wie Preiselbeeren oder eingedickten Sauerkirschen in ein Glas. Prinzipiell ist das ein sehr bodenständiges Dessert, passend zu den Westfalen eben. Aber mit Kirschwasser oder Rum, mit Baiserstreuseln oder angerösteten Pumpernickel-Bröseln wird daraus ganz schnell ein Stück Spitzenküche.

Folgendes Rezept legen wir euch ans Herz – die Zutaten findet ihr natürlich in den Einkaufsbahnhöfen.

Ihr braucht für 4 Personen:
200g Pumpernickel
2 Becher Sahne
1 kleiner Becher Quark
1/2 Glas Rotwein, Rum oder Kirschwasser
1 Glas Sauerkirschen
40 g Butter
40g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
4 EL brauner Zucker
1 Vanilleschote

So geht’s:

  1. Pumpernickel zerbröseln. Die Butter zusammen mit dem Vanillezucker und dem Salz in der Pfanne schmelzen und die Brösel darin rösten. Vorsicht: akute Naschgefahr!
  2. In einer weiteren Pfanne den braunen Zucker schmelzen, mit dem Rotwein, Rum oder Kirschwasser ablöschen und aufkochen lassen. Die abgetropften Sauerkirschen hinzugeben und zwei Minuten in der Sauce schwenken.
  3. Den Mark aus der Vanilleschote kratzen. Die Sahne steifschlagen, Quark, Vanillemark und Zucker unterheben und alles zu einer cremigen Masse verrühren.
  4. Pumpernickel-Brösel, Sahnecreme und Kirschen abwechseln in vier Gläser schichten und mit einem Rest Pumpernickel-Brösel verzieren. (Falls noch was da ist. Bei uns stehen die Chancen eher schlecht, weil wir einfach nicht mit dem Naschen aufhören können…)

Maoltiet, wie der Westfale sagt.

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