Zeitreise: Sommermärchen – Der Berliner Hauptbahnhof

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  • Autor: Redaktion
  • Fotos: Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski

2006 erlebte Berlin sein ganz eigenes Sommermärchen: Nicht nur die Fußball-WM kam in die Stadt, sondern auch der Berliner Hauptbahnhof feierte am 26. Mai 2006 seine Eröffnung. Was diese beiden Ereignisse miteinander verbindet? Mehr als man zunächst denken würde. In der Hauptrolle: ein Hamburger Architekturbüro.

Ein Komplex aus Glas und Stahl

In dem Jahr, in dem die Fußball-Weltmeisterschaft als Sommermärchen in die Geschichte Deutschlands einging, wurde kurz vor dem Anpfiff am 9. Juni 2006 der größte Turmbahnhof Europas fertiggestellt. Dort, wo früher der Lehrter Bahnhof stand, der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1951 schließlich stillgelegt wurde, stand nun der Berliner Hauptbahnhof: architektonisches Meisterwerk, vielfältiges Shoppingcenter und neuer Verkehrsknotenpunkt mitten in Berlin. Ein Komplex aus Stahl und Glas mit übereinanderliegenden Ebenen. Die Idee hinter der außergewöhnlichen Dachkonstruktion der Bahnhofshalle: Sie soll als gewölbte Schalenkonstruktion dem Gleisverlauf folgen. Und noch was zeichnet dieses besondere Dach aus: Teile von ihm sind mit Photovoltaik-Modulen belegt. Insgesamt 780 Module, von denen jedes aufgrund der speziellen Dachkonstruktion ein Unikat ist.

Am 26. Mai 2006 wurde der Berliner Hauptbahnhof, nach sechseinhalb Jahren Bauzeit, von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem damaligen Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee feierlich eröffnet. Höhepunkt des Abends: eine spektakuläre Lichtshow, konzipiert von dem Lichtkünstler Jerry Appelt, die den neuen Bahnhof in bunten Farben erstrahlen ließ.

Bahnhöfe und Fußballkathedralen: der Architekt Meinhard von Gerkan

Die architektonisch Verantwortlichen für dieses Großprojekt sind alles andere als Unbekannte. Hinter dem Entwurf für den Berliner Hauptbahnhof steht das erfolgreiche Hamburger Architektenbüro von Gerkan, Marg und Partner (gmp), die für allerhand Großprojekte verantwortlich sind. International bekannt wurde das Team um Meinhard von Gerkan 1974 mit dem Entwurf für den Flughafen Berlin-Tegel. Und auch in Sachen Fußball mischen sie auf der großen Bühne mit: Das Berliner Olympiastadion, in dem am 9. Juli 2006 das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft stattfand, wurde von ihnen in den Jahren 2002-2004 grundlegend umgebaut und modernisiert. Damit nicht genug, hinzu kommen weitere bedeutende Fußballstadien: gmp entwarf für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 das Kapstadt-Stadion in Südafrika und das Nationalstadion in Warschau für die Fußball-Europameisterschaft 2012.

Nicht nur Aspekte der Fußballgeschichte lassen sich in Verbindung mit dem Berliner Hauptbahnhof bringen – auch die eigene Entstehungsgeschichte lässt sich an einer Stelle wiederfinden: Vor dem nördlichen Haupteingang steht die fast 10 Meter hohe Skulptur „Rolling Horse“, ein sich krümmendes Pferd, das sich mit einem Eisenbahnrad verbindet. Hier sind Teile des ehemaligen Lehrter Bahnhofs zu finden: sie sind im Sockel der Skulptur integriert.

1 / 6Baustelle Berlin Hauptbahnhof Lehrter Bahnhof; Montagearbeiten an den Bügelbauten/Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger
2 / 6Bauarbeiten Berlin Hauptbahnhof- Lehrter Bahnhof - Bau der Bügelbauten - Luftbildaufnahme am 21.04.2005/Deutsche Bahn AG / Andreas Taubert
3 / 6Impressionen von der Eröffnung des Hauptbahnhofs am 26.Mai 2006. Lichtschau; Feuerwerk; Nachtaufnahme/Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger
4 / 6/Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski
5 / 6/Deutsche Bahn AG / Jet-Foto Kranert
6 / 6/Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
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