Der Beef: Was kommt auf den Grill?

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  • Autor: Markus Megyeri & Thomas Holzportz
  • Fotos: iStock – kaanates/iStock – Max2611

Grillen ohne Fleisch, geht das? Markus Megyeri, Herausgeber des  „Welt Vegan“ Magazins, und Thomas Holzportz vom Blog „baconzumsteak.de“ sagen ihre Meinung.

Markus Megyeri: Es vergeht kaum eine Woche ohne negative Schlagzeilen zum Thema Fleisch. Tiere bekommen Medikamente und schütten bei der Schlachtung Angsthormone aus. Und mittlerweile weiß fast jeder in Deutschland, dass viele Volkskrankheiten auf übermäßigen Fleischverzehr zurückzuführen sind. Ganz abgesehen vom Klima: Tierhaltung und -verarbeitung verursachen höhere CO₂- Emissionen als der weltweite Verkehr!

Thomas Holzportz: Die wenigsten denken bei der Frage, was auf den Grill gehört, an Tofuwürstchen und Sojabratlinge. Auf der ganzen Welt grillt man am liebsten Fleisch. Auch bei mir ist das nicht anders! Der Geruch steigt einem vom Rost direkt in die Nase und sorgt für eine Flutwelle an Glückshormonen. Das Brutzeln und Zischen des Grills ist für mich die Musik des Sommers. Ob saftige Steaks, BBQ-Gerichte vom Smoker oder ein paar schnelle Burger: Bei einer Grillsession ist das Fleisch der Protagonist.

Der Fleischkonsum sinkt

Markus Megyeri: Der Duft gegrillten Fleisches steckt so tief in uns wie der Glaube an den Weihnachtsmann oder das Christkind. Und wer lässt schon gerne alte Bräuche los? Das tut weh und verursacht im Zweifel noch einen Bewusstseinswandel – oh weh! Da wird es für Aubergine und Fleischersatzprodukte erst mal schwierig im Rennen um die besten Plätze auf dem heißen Grill. Könnte man denken. Tatsächlich sinkt der Fleischkonsum. Und wer frischem Gemüse und Seitan- oder Tofusteak eine Chance gibt, erlebt so manches Geschmackswunder. Blindverkostungen zeigen das ganz deutlich. Die Industrie stellt sich längst auf Ersatzprodukte ein, um auch in Zeiten der pflanzlichen Bewegung und des Klimaschutzes zukünftig am geliebten sommerlichen Ritual teilzuhaben.

1 / 2Thomas Holzportz/baconzumsteak.de
2 / 2Markus Megyeri/Christine Rosinski

Thomas Holzportz: Niemand würde guten Gewissens beim Großproduzenten ein Hühnchen kaufen, wenn er die Haltungsbedingungen kennen würde. Im Supermarkt sieht man von dem Elend nichts mehr, darum kaufen noch immer viele unbedacht ihr Fleisch von Tieren, die mehr gelitten als gelebt haben.

Mit gutem Gewissen Fleisch essen

Thomas Holzportz: Dabei schmeckt jedes Fleisch um Längen besser, wenn es artgerecht gezüchtet wurde. Ich besuche häufig Bauern und Metzger und werde so immer wieder daran erinnert, dass das Steak auf dem Teller mal ein lebendes Rind war. Aber zum Glück gibt es ja den positiven Trend: Angebot und Nachfrage an Biowaren steigen seit Jahren. So kann man mit gutem Gewissen Fleisch essen.

Markus Megyeri: Meine Empfehlung an Veggie-Skeptiker lautet: einfach mal probieren! Denn die pflanzliche Grillwurst tut nicht nur unserem Körper gut und schmeckt. Sie leistet auch einen positiven Beitrag für unseren Planeten.

Thomas Holzportz: Wer auf Fleisch verzichtet, der verliert ein gutes Stück Lebensqualität. Fleisch ist also mein Gemüse? Nein. Bei mir kommt alles auf den Rost. Und zur Not kann man langweiliges Gemüse ja aufwerten: mit leckerem Bacon.

 

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