Willkommen in Italien

Wir nehmen Sie mit zu den schönsten Bahnhöfen Europas: Diesmal besuchten wir den imposanten Hauptbahnhof in Mailand – Milano Centrale.

Mailand ist eine reiche Stadt: Finanz- und Modezentrum Italiens, voller Flair und Sehenswürdigkeiten. Doch hier lohnt ein Besuch nicht nur für Fashionistas, Gourmets und Kulturliebhaber. Auch architektonisch hat Mailand viel zu bieten – vom Hauptbahnhof bis zum Dom.

Beginnt Ihr Besuch in Mailand im Hauptbahnhof Milano Centrale, einem der wichtigsten Bahnhöfe im europäischen Verkehrsnetz, starten Sie Ihren Aufenthalt möglicherweise damit, sich erst einmal kräftig zu verirren. Aber keine Sorge, damit sind Sie nicht allein. Denn der Mailänder Hauptbahnhof ist in erster Linie eines: gigantisch. Auf fünf Ebenen laufen städtischer Nahverkehr, Regional- und Fernverkehr mit den Shuttles zu den umliegenden Flughäfen zusammen. Der Bahnhof ist durchweg von zahllosen Mailändern, Pendlern und Touristen bevölkert und steht nicht eine Sekunde still.

Dazu reicht das Angebot des imposanten Kopfbahnhofs weit über das Bahnfahren hinaus. Es gibt in den drei nebeneinander liegenden imposanten Hallen Shops für Kleidung, Schuhe, Accessoires, Brillen, Beauty, Spielzeug und natürlich verschiedenste Souvenirs. Wenn Sie mögen, können Sie sich hier von Kopf bis Fuß neu einkleiden – inklusive neuer Handtasche, Brille, neuem Parfum und Schmuck. Zudem gibt es vielfältige Gastronomie, Lounges und Serviceangebote sowie über vier Stockwerke eine Media-World-Filiale, die alles bietet, was das Herz des Elektro- und Technikfans begehrt.

Ein architektonisches Erlebnis

Hat man sich schließlich durch die verschiedenen Ebenen, das beeindruckende Angebot an Geschäften und die Menschenströme 
zu einem der Ausgänge in Richtung Piazza Quattro Novembre oder Piazza Luigi di Savoia vorgearbeitet, bekommt man eine erste Idee von den Ausmaßen dieses Bahnhofs. Und man beginnt zu ahnen, dass trotz der gewaltigen Größe keiner der beiden Ausgänge das Hauptportal des Bahnhofs ist. Es empfiehlt sich, ein paar Schritte vom Bahnhof wegzugehen, um die eindrucksvolle Monumentalarchitektur des 200 Meter breiten und 72 Meter hohen Empfangsgebäudes mit seinen beinahe bedrohlichen Pegasus-Statuen zu überblicken.

Der Architekt des Hauptbahnhofs war Ulisse Stacchini, der 1912 den Architekturwettbewerb für den Neubau gewann. Die Planung lehnte sich an die Union Station in Washington, D.C. an. Sein eklektizistischer Stil enthält sowohl historistische Elemente, etwa aus der römischen und klassizistischen Monumentalarchitektur, als auch Elemente aus Jugendstil und Art déco. Erst 1935 vollständig fertiggestellt, war er stilistisch nicht mehr aktuell, entsprach aber in seinen schweren Formen dem Geschmack der frühen 30er-Jahre.

Milano Centrale 
ist eine der dreizehn Grandi Stazioni Italiens. 

Der Hauptbahnhof verfügt über 24 Gleise und direkten Zugang zum Mailänder U-Bahn-System sowie zu Bussen und Straßenbahnen, deren zum Teil historische Wagen eine echte Mailänder Sehenswürdigkeit sind. Auf Gleis 21, ehemals Gleis 1, erinnert ein Mahnmal an die italienischen Juden, die zwischen Dezember 1943 und Mai 1944 von hier aus nach Deutschland deportiert wurden.

Etwa 500 Züge werden täglich von 320.000 Passagieren genutzt, im Jahr also von insgesamt 120 Millionen Fahrgästen. Milano Centrale zählt zu den Grandi Stazioni 
Italiens und wird seit August 2005 von der Ferrovie dello Stato renoviert, welche die
 13 Hauptbahnhöfe Italiens betreibt. 2010 benannte man den Bahnhof nach der Heiligen Franziska Xaviera Cabrini, er wird jedoch in der Beschilderung und im Fahrplan weiterhin nur als Milano Centrale bezeichnet. 

Unser Tipp:
Hinkommen mal anders: Zum Beispiel im Schlaf- oder Liegewagen des EuroNight von München Hauptbahnhof. Dieser verlässt München kurz nach 20 Uhr abends und morgens erreichen Sie ausgeruht kurz nach 9 Uhr Mailand. 

Schnell zum Dom und zurück

Von Milano Centrale geht es in fünf Minuten und vier Haltestellen mit der U-Bahnlinie M3 ins Herz der lombardischen Metropole. Der Einfachheit halber heißt die Station „Duomo“. Mit etwas Glück erwischen Sie in den labyrinthischen Gängen den Ausgang, der Sie direkt auf den von handzahmen Tauben bevölkerten Platz vor dem Mailänder Dom führt. Bei Sonnenschein blendet der weiße Marmor der märchenhaften Kathedrale und stellt die anwesenden Touristen mit seinem Strahlen und seiner schieren Größe vor eine fotografische Herausforderung.

Ein besonderer Mailänder Selfie-Trend ist übrigens das Bild vor dem Dom bedeckt mit möglichst vielen Tauben. Diese sind nämlich tatsächlich so zahm, dass sie sich auf Hände, Arme sowie Köpfe setzen und geduldig warten, bis das gewünschte Bild gemacht wurde. Erfahrene Besucher haben zudem Futter dabei, um die Sache gegebenenfalls etwas zu beschleunigen.

Direkt neben dem Dom befindet sich die Galleria Vittorio Emanuele II, ein Einkaufszentrum der besonderen Art. Die Einkaufsgalerie ist nach Viktor Emanuel II., dem Einiger und König Italiens, benannt und stammt aus dem 19. Jahrhundert. Dabei handelt es sich um eine glasüberdachte Passage, in der sich die Luxusshops von Prada, Armani, Versace, Gucci bis Louis Vuitton aneinanderreihen und nur hin und wieder von Gourmetrestaurants unterbrochen werden. Es gibt allerdings auch einen fabelhaften Buchladen mit einer gut geordneten internationalen Abteilung, die zahlreiche verschiedene Sprachen abdeckt.

Mailand hat mehr zu bieten als Prada, Armani, Versace und Gucci. 

Flaniert man zwischen dem Dom und der Galleria Vittorio Emanuele II entlang, erreicht man den Corso Vittorio Emanuele II, wo das Shoppingangebot etwas alltagstauglicher und bezahlbarer wird. Auf der anderen Seite der Galleria befindet sich beinahe in Sichtweite das Teatro alla Scala, die berühmte Mailänder Oper, welcher der geneigte Tourist unbedingt einen Besuch in Abendgarderobe abstatten sollte. Etwas weiter schließt sich das bunte, atmosphärische Viertel Brera an, das neben einem wunderschönen botanischen Garten mit gemütlichen Gassen voller uriger Restaurants, Designshops sowie verträumten Plätzen und Innenhöfen aufwartet.

Zudem ist Mailand als kultureller Hotspot eine der wichtigsten Wirkungsstätten Leonardo da Vincis. Hier ist sein Meisterwerk „Das Abendmahl“ zu sehen, das bis heute als Höhepunkt von da Vincis malerischem Schaffen gilt und eines der berühmtesten Wandgemälde der Welt ist. Es schmückt den Speisesaal des Klosters Santa Maria delle Grazie. In der Mode-, Kultur- und Architekturmetropole Mailand gibt es viel zu entdecken und das für jeden und zu jeder Jahreszeit. Sie ist eine jener Städte, die man mit dem gewissen Gefühl verlässt, unbedingt wiederkommen zu müssen, weil es noch so viel zu sehen und zu erleben gibt. Und vielleicht verirrt man sich beim nächsten Besuch ja auch nicht mehr zu sehr in dem gigantischen, beeindruckenden Hauptbahnhof der lombardischen Metropole.

Mailand und die Mode
Nach Rom ist Mailand die zweitgrößte Stadt Italiens. Sie ist die Heimat Leonardo da Vincis, dessen „Abendmahl“ hier zu sehen ist. Und mit AC Mailand und Inter Mailand die einzige Stadt, in der zwei UEFA-Champions-League-Sieger ansässig sind. Außerdem ist Mailand Kultur- und Medienmetropole, als Sitz der italienischen Börse internationaler Finanzplatz und natürlich Modestadt. Aber warum eigentlich? Der Siegeszug des modischen Mailand begann nach dem Zweiten Weltkrieg und schon Ende der 50er-Jahre wurde hier die Camera Nazionale della Moda Italiana, die Nationale Mode-Kammer, gegründet, die die Entwicklung der italienischen Mode steuert und vorantreibt. Heute sind die Mailänder Modewochen jeweils im Mai und September Highlights der Modewelt und fest in jedem Fashionista-Kalender verankert. In den Straßen Mailands finden Sie jedes Label von Rang und Namen von Kopf bis Schuh; hier präsentieren sich Haute Couture, Prêt-à-porter-Mode und die Trends von morgen. 

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