Nass oder virtuell: Städte neu erleben

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  • Autor: Sascha Tegtmeier
  • Fotos: iStock – izusek

Die Sightseeing-Tour soll zum echten Erlebnis werden? Mit diesen Angeboten geht es schneller, sportlicher und alternativer – oder gleich in die Vergangenheit.

Es gibt Leute, die wollen beim Sightseeing tiefer ins Stadtleben eintauchen, als es die majestätische Höhe des guten alten Doppelstockbusses erlaubt. Sie suchen nach Individualität und ein Stück weit nach dem Unkonventionellen. Und weil in jeder Metropole ebenso viel Kreativität wie Geschichte steckt, kommen diese Leute an Spree, Elbe, Rhein und Isar auch voll auf ihre Kosten.

Im Stehen durch die Hauptstadt paddeln

Der Berliner Stadtverkehr ist eher von der spezielleren Sorte und sicher weniger für die Freunde der entspannten Fortbewegung geeignet. Allerdings gelingt die Suche nach den bekannten oder bislang weniger erschlossenen Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt ebenso gut auf dem Wasser. Der SUP Club Berlin verleiht alles, was es zum Stand Up Paddling braucht. Dabei steht Ausrüstung für jedes Niveau bereit – Allroundboards für die Beginner und echte Race-Bretter für alle, die es etwas eiliger haben.

1 / 3Nach einer kurzen Einweisung erkunden die Stand Up Paddler Berlin auf dem Wasser./SUP Club Berlin
2 / 3Sportliche Stadttour: Beim Stand Up Paddling sind Muskeln gefragt./SUP Club Berlin
3 / 3Vorbei am Osthafen und dem Molecule Man paddeln sich die Teilnehmer über die Spree./SUP Club Berlin

Die Touren beginnen am Badeschiff an der Arena Berlin – dort, wo sich die ganz normale Hauptstadt-Hektik langsam im Grün des Treptower Parks auflöst. Die ruhige Fahrt, auf der man den riesigen Molecule Man zum Anfassen nahekommt, besticht vor allem durch den unverstellten Blick auf die charakteristische Kulisse zwischen Oberbaumbrücke und Fernsehturm. Zusätzlich zum authentischen Hauptstadterlebnis hat der SUP Club eine Reihe von Kursen im Angebot. Wer wissen möchte, wie sich Yoga oder Body and Mind Flow mitten auf dem Wasser anfühlen, ist auf der Spree gern gesehen.

Wer sich doch voll und ganz dem Rausch des Großstadt-Dschungels hingeben möchte, wird vielleicht bei der Hot Rod Tour Berlin fündig.

Mit dem Hotrod durch Hamburg

Mit den etwa zwei Meter langen Nachbauten der US-amerikanischen Kultautos kann man aber ebenso gut einen unvergesslichen Hamburg-Tag verbringen. Im flotten Tempo geht es von den Landungsbrücken über den Bahnhof Hamburg-Dammtor bis ins malerische Blankenese. Weil die kleinen Boliden obendrein optisch wie echte Kraftprotze daherkommen, kann dem Coolness-Faktor nicht einmal die Helmpflicht etwas anhaben. Jeder mit einem Führerschein der Klasse 3/B kann in der Hafenstraße 89 in St. Pauli einen Hotrod für eine geführte Tour auf die Straßen der Hansestadt bringen.

1 / 3Statt nur aus dem Fenster zu schauen, erleben die Hot Rod Fahrer die Stadt hautnah./Hot Rod Hamburg
2 / 3Weil mitfahren will, braucht einen gültigen Führerschein./Hot Rod Hamburg
3 / 3Mit dem Hot Rod durch die City: Das gehört in Hamburg schon zum Stadtbild./Hot Rod Hamburg

Virtuell zum Zeitreisenden werden

Geschichte und Geschichten am Rhein

Gar nicht vorwärts kommt man dagegen in Köln. Und das ist gar nicht so schlimm. Schließlich sollen die Menschen im Tramwaggon von „TimeRide VR Cöln“ am Alten Markt in die Vergangenheit reisen. Einsteigen, Virtual-Reality-Brille aufsetzen und schon startet der Trip durch das betriebige Altstadtleben im Kaiserreich. Vor dem VR-Trip gibt es eine 3D-Fotoausstellung sowie einen Dokumentarfilm über die lange Geschichte der Millionenstadt.

1 / 4Während der Tour sitzen die Teilnehmer im Nachbau einer historischen Straßenbahn./TimeRide VR Cöln
2 / 4Die Besucher haben durch die VR-Brillen 360 Grad Sicht in die Kölner Altstadt./TimeRide VR Cöln
3 / 4In der virtuellen Welt ist die Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts stehengeblieben. /TimeRide VR Cöln
4 / 4Dank Virtual Reality kann man bei TimeRide VR Cöln die Stadt zur Kaiserzeit besuchen./TimeRide VR Cöln

Im Kultbus durch die (Neben-)Straßen Münchens

Ein wenig jünger als die kaiserliche Tram ist der VW T3, dessen Ära die 1980er umspannte. Er ist das ideale Vehikel für München-Touristen, die nicht selbst durch den Straßenverkehr navigieren und gleichzeitig fernab der klassischen Routen unterwegs sein wollen. Die HeyMinga Tour steuert allen voran die unbekannten Winkel der bayrischen Landeshauptstadt an. Insiderwissen und Getränke sind inklusive.

1 / 5Während der Tour machen die Teilnehmer immer wieder kleine Spaziergänge./heyMINGA
2 / 5Die Tour führt nicht nur zu den Touri-Spots, sondern durch die ganze Stadt./heyMINGA
3 / 5heyMINGA bietet alternative Stadttouren in Bayerns Landeshauptstadt an./heyMINGA
4 / 5Besonders wichtig ist heyMINGA, dass die Touren individuell und persönlich sind./heyMINGA
5 / 5Die Teilnehmer sollen München und seine Bewohner hautnah erleben./heyMINGA

Sollten vier Räder zwei zu viel sein, sollten die Wellen mal zu hochschlagen und sollte die Vergangenheit Geschichte bleiben, dann kann es neben dem Segway nur noch eine Alternative geben: Das ehrwürdige Fahrrad. In so gut wie jeder größeren Stadt können Touristen spezielle Touren buchen. Oder warum nicht die eigene Rundfahrt planen und direkt am Bahnhof den DB-Service Call a Bike nutzen?

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