Drinktrends: Wodka mit Berliner Leitungswasser

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  • Autor: Christin Weigelt
  • Fotos: Istock – fcafotodigital | Grafner

Neuauflagen traditionsreicher Getränke sind angesagt. Lokale Anbieter mischen den Getränkemarkt auf – und geben altbewährten Drinks eine neue Identität.

Dabei geht es nicht immer darum, Altbewährtes über Bord zu werfen. Vielmehr soll es modernisiert und aufgewertet werden. Traditionsgetränke bekommen so von lokalen Produzenten neues Leben eingehaucht.

Wodka mit Leitungswasser aus Berlin

Wodka aus Berlin

Es ist Berliner Understatement, mit dem die Flaschen von Our/Vodka auffahren: handliches Gefäß aus klarem Glas, weißes Etikett mit minimalistischer Schrift und simpler Verschluss aus Aluminium. Dabei geht es bei dem Wodka-Projekt um alles andere als um Zurückhaltung, denn dahinter steckt der französische Konzern Pernod Ricard – und damit der zweitgrößte Spirituosenhersteller weltweit. Dieser wollte durch Lokalisierung den schwierigen Wodka-Markt erobern. In Berlin ging es im Jahr 2013 als Testspiel los. Das übernahm das Ehepaar Pauline Hoch und Jon Sanders, die eigentlich Events in der Hauptstadt durchführten. Heute gibt es Our/Vodka in Detroit, Los Angeles, Amsterdam und London, weitere drei Destillerien sind für New York, Houston und Miami geplant.

1 / 3Seit 2013 stellt Our/Berlin erstklassigen Wodka in der eigenen Mikro-Destillerie her./Our Berlin
2 / 3Die Destillerie befindet sich an der Grenze zwischen Kreuzberg und Alt-Treptow./Our Berlin
3 / 3Abgefüllt wird in 350ml-Flaschen mit wiederverschließbarem Kronkorken./Our Berlin

Dass Our/Vodka Berlin nur regionale Zutaten wie örtliches Leitungswasser und deutsches Weizen für den Destillierungsprozess nutzt, macht die Spirituose trotz Weltkonzern und internationalen Ablegern zum lokalen Produkt. Schließlich wird der 37,5-prozentige Wodka in einer ehemaligen Garage in Alt-Treptow hergestellt und die 1400 Flaschen pro Charge dort per Hand abgefüllt. Diese werden dann an städtische Bars, Shops und Abnehmer wie dem KaDeWe ausgeliefert.

Mehr Infos zum Berliner Wodka gibt es hier:

ourvodka.com/ourberlin

Altes Rezept mit neuem Pfiff

Gin aus Hannover

Gin ist Trendthema und wird in Deutschland von Jahr zu Jahr beliebter. Dass gerade Hannover als Gin-Hochburg von sich reden macht, könnte allerdings so manchen überraschen. Dabei finden sich gleich mehrere Anbieter für den Wacholderschnaps in der niedersächsischen Landeshauptstadt:

HANNOVER GIN wird in einer Kolonnen-Destille aus den 60ern verarbeitet und besteht aus Kräutern und Zutaten wie Koriander, Iriswurzeln, Kardamom oder Holunder. Die werden entweder in der Region gesammelt oder stammen vom anderen Ende der Welt.

1 / 5Hannover Gin setzt auf die Mischung aus lokalen und internationalen Zutaten./Hannover Gin
2 / 5Wichtig ist dem Unternehmen Handarbeit./Hannover Gin
3 / 5Mitten in der Natur sammelt das Team Kräuter für das Brennen des Hannover Gins./Hannover Gin
4 / 5Das Motto der Hannoveraner Destillerie: Wer gemeinsam anpackt, kann auch gemeinsam genießen!/Hannover Gin
5 / 5Im Dachgarten nahe dem ehemaligen Güterbahnhof wachsen Botanicals für den Gin./Hannover Gin

„Niemand ist wie du“ ist das Motto hinter Niemand Dry Gin, der vor allem durch modernes Design besticht und bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. In einer kleinen Hannoveraner Destillerie wird er hergestellt und verwendet Botanicals wie Lavendel, Sandelholz und Rosmarin. Niemand Gin verzichtet auf die sonst für das Getränk typische Zitrus-Komponente und zeichnet sich durch florale Noten aus.

Hier gibt es weitere Infos zum Hannoveraner Gin:

hannover-gin.de,niemand-gin.de

„Craft Beer is not a crime!“

Craft Beer aus München

Alles fängt in der WG-Küche von zwei Münchner Freunden an. Dort versuchen sich die beiden mit den ersten Bier-Rezepten und bauen sich dafür sogar eine Heimbrauanlage. Heute haben Mario Hanel und Timm Schnigula ein richtiges Brauwerk mit professioneller Einrichtung, das am Unterschleißheimer See im Norden der Stadt sitzt. Von dort aus beliefern sie Bars und Restaurants in ganz Deutschland mit ihren sechs Sorten „Handgemachtes“, die von Stout bis Pale Ale reichen und Produkttitel wie „Easy“, „Roundhouse Kick“ oder „Rest In Peace“ tragen.

1 / 4„Foundation 11 – Pale Ale“ war das erste selbstgebraute Bier von Crew Republic./Crew Republic Media
2 / 4"Craft Beer is not a crime" lautet das Motto der Müncher Bierbrauer./Crew Republic Media
3 / 4Mario und Timm hatten die Idee zu Crew Republic./Crew Republic Media
4 / 4Die Gründer sind ständig auf der Suche nach neuen Rezepturen für ihr Craft Beer./Crew Republic Media

Trotz der kreativen Offenheit bei der Namensgebung halten sie sich bei der Herstellung ihrer Biere strikt an das Reinheitsgebot. Diese enthalten entsprechend der 500 Jahre alten Brau-Vorschrift nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser. Dabei verfolgen sie auch ihr Motto konsequent: „Craft Beer is not a crime!“ Denn wer hat schon was an handwerklicher Braukunst auszusetzen? Hanel und Schnigula ganz sicher nicht. Schließlich brauen die zwei nur Biere, auf die sie „Bock haben“.

Alles zu Crew Republic:

crewrepublic.de